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in Vorbereitung: 3onTour!
Indischer Himalaya 1997 - Bericht

  
Indien
5. Oktober 1997
nur 40 km von chandigarh – hauptstadt von punjab und haryana und der startpunkt unserer tour, entfernt bringt uns eine schmalspurbahn in die berge. dieser spielzeug zug wurde 1904 von den briten gebaut, erschliesst 100 km, überwindet 1800 hm, überquert 800 brücken und durchfährt 100 tunnel. starker regen, nebel und ziemlich kalte temperaturen heissen uns in shimla, eine frühere sommerresidenz der briten, die in neu-delhi arbeiteten, willkommen. auf 2130 m erstreckt sich die wichtige berg-station entlang eines halbmondförmigen bergkammes, und die vororte kleben an dessen ausläufen. die kolonialmächte taten ihr bestes um hier wie im guten alten england zu leben: die promenade ist mit englisch-aussehenden häusern gesäumt, an einem ende wurde eine christliche kirche gebaut, nicht weit entfernt ein sechs-stöckiges schloss mit zwei speisesälen und einer eindrucksvollen rezeption, umgeben von einem luxuriosen park. die in uniform gekleideten schüler, die polizisten und die komplizierte langsame bürokratie erinnert mich daran, dass der englische geist noch immer in indien zu finden ist.
Indien Indien
am kunzam pass (4640m) lassen wir shimla hinter uns. war radeln das sutley tal entlang. immer einige hundert meter über dem großen fluss, der seine quelle in der nähe des berges kailash in west-tibet hat. zu dieser zeit kann ich mir nicht vorstellen, dass ich diesen weit entfernten ort drei jahre später besuchen werde. der erste pass war harte arbeit. vom flussbett des sutley flusses klettert die strasse 2500 m auf den 3300 m hohen jalori pass.[pg:image id="511" align="right" openInSeperateWindow="true" showDescription="true" thumbnail="true"] die auswirkungen des monsoons zerstörten viele teile der strasse, einige beschädigte indische lkw´s neben der strasse weisen auf die gefahren des asiatischen verkehrs hin. holz, gras, tiere, es sieht wirklich nicht wie auf über 3000 m aus. das kullu-tal war in den 70ern, wegen der guten marihuana qualität, die in dieser gegend wächst, ein bekannter platz für westliche hippies und reisende. jetzt ist es bekannt für trekking, rafting und skifahren. es sieht den alpen sehr ähnlich, mit wäldern, weiden, holzgebäuden und schneebedeckten bergen im hintergrund. eine wirklich anspruchsvolle strasse überquert eine bergkette ins lahaul tal. auf dem 4000 m hohen rohtang pass ist es kalt, windig und neblig. "rohtang" bedeutet auf tibetisch "haufen toter körper", so verlassen wir den pass nach einem kurzen und unangenehmen mittagessen lieber wieder. die landschaft verändert sich nun völlig: keine vegetation, nur steine, sand und eine sehr schlechte strasse. ich bin beeindruckt, glücklich und privilegiert, dass ich in solch einer gegend, wie ich sie noch nie gesehen habe radeln kann. in dieser beeindruckenden landschaft denke ich zum ersten mal daran, eine fahrrad-tour in tibet zu machen. obwohl ich erschöpft bin, ist der 4600 m hohe kunzam pass der höhepunkt der tour. farbenfrohe gebetsfahnen, kleine tempel, dahinter hohe berge erzeugen eine einzigartige atmosphäre und ich bin guter laune. [pg:image id="506" align="left" openInSeperateWindow="true" showDescription="true" thumbnail="true"] das kee-kloster ist nicht weit von kaza, der hauptstadt des abgelegenen spiti tals entfernt. dort besuchen wir die kee-gompa, eine bildschöne kollektion von gebäuden im tibetischen stil auf einem hügel mit einem tempel am gipfel. einen tag dauert es in kaza eine sogenannte inner-line-genehmigung zu bekommen. dies ist ein nutzloses stück papier, das uns erlaubt nach tabo, in der der tibetischen grenze zu zreisen. die strasse ist jetzt geteert, das haben wir in dieser abgelegenen ecke nord-indiens nicht erwartet. tabo ist eine der wichtigsten gompas in der buddhistischen welt. der riesige tempel wird der ruhesitz des xiv. dalai lamas sein. auf dem weg zurück nach shimla verschwindet die strasse auf einmal in einem see. was war passiert? vor einigen wochen begrub ein erdrutsch das kleine dorf wangtu, tötete mehrere menschen und bildete einen großen see. so waren wir gezwungen ein boot zu benutzen und zwei träger zu engagieren um zu einer strasse, einige kilometer das kinnaur tal hinunter zu kommen. auf dem erdrutsch haben die inder begonnen eine neue strasse zu bauen. der sutlej fluss wird nie wieder durch wangtu fliessen.
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