pedalglobal.net
pedalglobal.net
radreisen
in Vorbereitung: 3onTour!
AUSTRALIEN I: cairns-cooktown-cairns

  
Australien
27. August 2003

AUSTRALIEN I: cairns-cooktown-cairns

9620 km, cairns (AUS)

route: cairns-port douglas-mossman-cape tribulation-cooktown-lakefield-mount molloy-mareeba-kuranda-cairns



willkommen in down under! und nach einem jahr in asien in einem komplett anderen kulturkreis. pedalglobal-tour teil 1 wien-karthoum-kathmandu ist abgeschlossen. teil 2 australien hat gerade begonnen.

dabei war der beginn (so wie in wien) wieder sehr, sehr schwer. am internationalen flughafen in kathmandu erlebe ich den laengsten check-in meines lebens. um es kurz zu machen: zuerst akzeptieren sie unser australisches visum nicht, und meinen allen ernstes wir sollen uns vor dem flug noch geschwind zur australischen botschaft begeben!! dann werde ich das erste mal wegen dem leidigen uebergepaeck zur kasse gebeten. 130 US dollar pro person!! da hilft kein handeln und betteln. alles zusammen dauert 3 stunden. gut, dass der erste flug nach hong kong mit der 'royal nepal airline' 4 stunden verspaetung hat...

am flughafen in cairns lernen wir die strengen quarantaene-bestimmungen australiens kennen. das gepaeck wird von hunden (!) auf lebensmittel untersucht. offen lebensmittel, obst, gemuese, fleisch, miclhprodukte und was weiss ich noch alles darf auf keinen fall eingefuehrt werden. und auch unsere raeder werden von oben bis unten desinfiziert. die erste reinigung nach einem jahr...

als ich den klimatisierten flughafen verlasse betrete ich eine neue, andere welt. eine ueberlange limousine parkt vor dem eingang. gepflegter rasen, parkanlagen, palmen. und alle autos glaenzen und leuchten. ohne einem einzigen kratzer. einfach perfekt. ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wie das ist, in den reichen laendern. wir bauen am flughafen alles zusammen, sortieren die ausruestung und packen neu. dann gehts los.

ein paar kilometer hinein nach cairns zum kampingplatz. erster schock: 8 euro fuer uns 2 mit zelt! in kathmandu ist man um dieses geld schon in einem 4 sterne hotel untergebracht! es gibt viele touriste hier. australier und viel europaeer, die nun waehrend der sommerferien ihren urlaub hier verbringen. auch einige arbeitslose, die hier billig leben. und einige, die herumreisen, hier und da jobs annehmen und dann weiter ziehen. wir lernen eine deutschen pensionisten kennen, der in deutschland alles aufgegeben hat und nun schon seit einigen jahren per rad oder bus oder autostopp oder...durch australien zieht. soviel reisende haben wir schon lange nicht mehr gesehen.

nun heisst es fuer uns auch wieder ans outdoor-leben zu gewoehnen, das bine und ich so sehr lieben. und das uns wirklich abgegangen ist, in indien und nepal. alles braucht noch seine zeit, aber das wird schon. es ist auch in diesem sinne ein neuanfang.

am ersten vollen tag auf dem neuen kontinent machen wir einige besorgungen und begeben uns zum strand und innenstadt von cairns. hole 2 impfungen nach (japan B und thyphus fuer 100 euro!!). und wir lassen alle neuen eindruecke in uns wirken.

am ersten tag gehts nur 40 kilometer nach norden. zum ellis beach, den bine schon von ihren reisen mit ihren eltern kennengelernt hat. leider sauteuer und nicht besonders einladende besitzer, dafuer aber direkt am strand mit palmen und blauen meer. die australiere, aber auch andere reisende, sind sehr kontaktfreudig. so dauert es nicht lange, und wir lernen einige neue leute kennen.

leider bekomme ich fieber, halsweh husten und kopfweh. so verbringen wir insgesamt 6 tage auf dem platz. und ich versuche die beschwerden mit vielen vitaminen loszuwerden. doch als es nicht und nicht besser wird, gehe ich doch zum arzt. und nach dem ersten tag antibiotika gehts mir schon viel besser. da es keinen supermarkt in der naehe gibt, und wir mit so einem langen aufenthalt gar nicht gerechnet haben, fahren wir oft mit anderen leuten vom kampingplatz mit. und das ist ganz leicht. sehr freundlich werden wir mit nach cairns genommen, zum naechsten WOOLWORTH (einem riesigen, klimatisierten supermarkt) oder sonstwohin gefahren. wir lernen vor allem kiki und heiko aus deutschland und thomas aus klosterneuburg\/oesterreich kennnen. und verbringen einige zeit mit ihnen.

zusammen gehen wir zum outer great barrier reef schnorcheln. wir muessen 2 1\/2 stunden rausschippern um zu den tauch- und schnorchelgruende zu gelangen. und wir haben riesenglueck. ungeplanterweise koennen wir 2 wale beobachten. einer stoesst sogar wirklich senkrecht aus dem wasser, um dann wieder krachend zurueckzuplatschen!! so ein 15 meter riesending. dann beim schnorcheln wirklich noch mehr und buntere korallen, als ich schon am roten meer bestaunen durfte. und noch mehr bunte fische. teilweise einen meter lang. und dann ein weitere knaller: eine meeresschildkroete, ueber einen meterlang, schwimmt durch die korallen! ich bin ganz begeistert.

abends grillen wir 5 noch zusammen. und bine und ich lernen ihnen das kartenspiel 'shithead'. ein spiel das wir wiederum vor einigen wochen von einem amerikaner in den nepalesischen bergen kennengelernt haben. wir sind ja richtige global player!

dann heisst aber abschiednehmen. und wir starten gen norden. noch nicht ahnend, dass wir uns zum vierten radfahrerischen highlight der tour (nach anatolischem hochplateau, sinai, bombay-goa) begeben. eine super strecke!

erster punkt ist port douglas. meine gelockerte hinterradnabe haelt uns noch einen tag in der kleinen stadt am 4 mile beach. und wen treffen wir wieder? thomas aus oesterreich. mit seiner BMW motorrad-maschine hat er in 6 monaten schon fast ganz australien umrundet. er stellt sein zelt zu unserem und wir gehen essen. ab naechsten tag reisen wir zu dritt. da es so viel zu sehen gibt, radeln wir nicht mehr als 50 km am tag. und so kreigen wir das mit dem tempo-unterschied zwischen 80-PS motorrad und 2-bein-fahrrad halbwegs in den griff. thomas hat am kampingplatz mehr zeit, und faehrt dann oefter vor um einen platz fuer uns zu reservieren. denn touristen sind hier wirklich viel unterwegs.

dann mossman gorge! regenwald! aber was fuer einer. tiefgruen, unten in boden naehefarne und kleine palmen. weiter oben baueme, und noch weiter oben baumriesen. alles so perfekt, dass es schon kuenstlich angelegt zu sein scheint. doch es ist schon spaet und die sonne hinter wolken. so kommen wir naechsten tag nocheinmal her und gehen 3 stunden durch den regenwald. und machen einige gute aufnahmen (so hoffe ich zumindest). bine macht es sich mit badeanzug an einer badestelle mitten im regenwald mit buch und musik gemuetlich. am wonga beach machen wir es uns abends mit lagerfeuer und bier gemuetlich. XXXX gold und VB (victorian bitter) gibt es ueberall und schmecken sehr gut.

naechsten tag erreichen wir den daintree river. der nur mit einer faehre zu ueberbruecken ist. davor gehen wir drei aber auf eine bootstour auf diesem fluss. und ich sehe meine ersten wildlebende salzwasserkrokodile (salties, die gefaehrlichen). ein maennliches mit ueber 4 meter laenge. und ausserdem im gebuesch gleich beim ufer eine phyton!

beruehmte voegel sind hier der kookaburra und der cassowary, und beide kann ich sichten! die strasse verlaueft stets im regenwald, und oft nur wenige meter entfernt das tuerkisblaue meer. mit weissen straenden und von palmen gesaeumt. alles einsam! wie im traumbuch. rauf zum alexander lookout gehts verdammt steil hinauf. doch der blick ist fantastisch. und der naechste kampingplatz liegt mitten im wald. traumhaft! das chicken mit ananas, salat und pommes ebenfalls. und eh klar, das XXXX gold auch...

beim environmental center gehen wir auf einem buschwalk. auf holzstegen. teilweise unten am boden im regenwald, dann so 15 meter ueber dem boden und auf einem turm 40 meter hoch!! und dann hat sich sogar noch eine pyhton blicken lassen! ich komme aus dem staunen nicht mehr raus.

cape tribulation ist endpunkt der asfaltierten strasse. und damit sackgasse fuer alle konventionellen fahrzeuge. nur mehr 4WD fahrzeuge koennen die naechsten rund 100 km nach cooktown bewaeltigen. und natuerlich: fahrraeder!

cape tribulation ist voll von touristen, und mir gefaellts am wenigsten. alle organisierten touren uebernachten hier, und dementsprechend voll ist es hier. da alle campgrounds voll sind, teilen wir uns zu dritt eine 2-personen huette. in der nacht und tagsueber schuettet es erstmals. ansonsten ist das wetter bis jetzt traumhaft gewesen. schade, denn unsere geplante route am beruehmten bloomfield track fuehrt ab nun ueber piste und durch fluesse. und regen koennen wir da am wenigsten brauchen. so machen wir zwangspause. doch es zahlt sich aus. ab nachmittag trocknet es auf. und am naechsten tag in der frueh strahlt die sonne. es kann los gehen.

'creek' heisst zu deutsch 'fluesschen'. und die gibt es in australien zu tausenden. bei der ersten durchquerung schiebe ich das rad hindurch. das wasser geht leider ueber die tretachse und radnaben drueber. bloed weil - so nah an der kueste - das wasser brackig ist. beim naechsten packen wir ab und tragen die raeder und das gepaeck einzeln drueber. immer mit einem blick links und rechts. krokodile gibts hier naemlich auch. genau, die salties, die gefaehrlichen...

wir radeln durch dichten regenwald. und manchmal gibts einen tollen blick zum tuerkisbaluen meer. eine einmalige strecke. ich dachte, vor allem wegen der 'gravel road' werden wir nicht allzu schnell vorankommen. doch falsch gedacht. die piste ist eigentlich sehr gut zu radeln. und die zahl 4WD-jeeps haelt sich in grenzen. was sich aber nicht in grenzen haelt sind - die steigungen!

am ersten tag geht es praktisch nur rauf und runter. oft ueber 20%! und dann fuer mich eine premiere. ein ford combi liegt im wald neben der strasse - mit den raeder oben auf. vor mir ploetzlich keine schotterpiste sondern eine betonierte strasse. der grund fuer das alles: die erste der 3 abschnitte, die die beachtliche steigung von 33 prozent (!!) aufweisen. an radeln ist mit unseren 60 kg raeder natuerlich nicht zu denken. aber auch das schieben hat es in sich. mein koerper stemmt sich mit aller kraft gegen die schwerkraft, schliesst mit der strasse einen spitzen winkel von vielleicht 20 grad ein. wahnsinn! spaeter haben wir die gleiche steile piste vor uns - nur hinunter. wir muessen schieben...

die ueberfahrt des bloomfield river ist zum glueck trocken. es ist momentan die ideal reisezeit. in der regenzeit ist der track wegen matschiger strasse und zu hohem wasserstand der fluesse und creeks oft gesperrt. so brauchen wir fuer die 48 km nach ayton bis zur daemmerung. der naechste tag ist aehnlich. doch die letzten 30 km nach cooktown verlaufen auf der asfaltierten 'penninsula developmental road'. vorbei am 'black mountain national park', wo wir berge vulkanischen ursprungs aus schwarzen steinen bestaunen. ich sehe meine ersten wildlebenden kaenguruhs. eine relative kleine art, die so schnell laufen, dass ich sie anfangs fuer hasen halte.

cooktown ist die aelteste siedlung von nicht-aborigines in ganz australien. captain cook hat hier erstmals fuss gefasst. und waehrend dem goldrausch, an denen auch viele chinesen beteiligt waren, lebten hier uber 30.000 menschen. jetzt sind es nur mehr rund 1000. ein paar pubs, haeuser im britischen und 'wild-west'-stil, einen hafen und ein paar grundeinrichtungen gibt es noch hier. wir schauen uns einiges an - den ort, den botanischen garten (wo ich einiges ueber die heimischen schlangen, allen voran einer der giftigsten der welt - die taipan- lerne), das james cook museum und den strand.

dann brechen wir fuer den rueckweg auf. auf der laengeren inland-route. und ich erlebe das erste mal ein bisschen 'outback' australiens. 50 km sind noch schotterpiste. im jahre 2005 soll die strasse bis rauf zum noerdlichsten punkt australiens, nach cape york, befestigte strasse sein. dann ist es vorbei mit cape-york-offroad-adventure. der vorteil der schotterpiste: ich fotografiere die beruehmten, langen road-trains. wie sie mit licht und vollgas durch den trockenen wald donnern. mit einer dicht staubfahne hintennach. toll. dann, schon wieder auf asfalt, dutzende ueberfahrene kaenguruhs. kein wunder, warum hier alle fahrzeuge extra stossstangen vorne montiert haben. bine sagt, das wird ein gewohntes bild im outback werden. die armen viecher. nach lakefield uebernachten wir naechsten tag im outback. unser erster sternenhimmel alleine im wald. sehr schoen. dann mein erstes 'roadhouse'. jene wichtige einrichtung auf den einsamen strecken, die verpflegung, benzin und einen campground bieten. nicht mehr und nicht weniger. und die pubs in diesen roadhouses haben etwas uriges. sehr gemuetlich. doch tagsueber ein bier ist leider nix fuer einen radler. abends feiern bine und ich in mount molloy bei super barramundi-fisch unser 13-monatiges tourjubilaeum.

viele rinder gibts hier. riesige kolosse, die uns am strassenrand aufmerksam verfolgen. und dann wie wild davonlaufen. zum glueck, mit so einem viel-tonner brauche ich keine naeheren kontakte. die letzten 200 km bis cairns macht uns der gegenwind schwer zu schaffen. und berge gibts hier auch jede menge. doch wir radeln straight, und sind nach 4 tagen und 350 km wieder bei cairns. ueber kuranda und das gleichnamige gebirge bringt uns der letzte tag bis nach palm cove in der naehe von cairns. wo wir wieder auf thomas treffen, von dem wir eigentlich schon in cooktown verabschiedet haben.

die 700 km runde war wirklich lohnend. die wenigsten reiseradler fahren hier, weil es ja irgenwie eine sackgasse ist. doch laut bine ist dieser abschnitt der weitaus schoenste teil der ganzen ostkueste. ich hab es sehr genossen. und kann es jedem radler - aber auch nicht radler- nur empfehlen.

nun bereiten wir uns aber wirklich aufs 'echte' australien vor. durch die gulf savanne, durchs outback nach mount isa. dann verlassen wir queensland, um im northern territory nach darwin zu radeln. 'durststrecken' von fast 300 kilometern ohne nichts in der wueste erwarten uns. und was weiss ich noch alles...
Alle Rechte vorbehalten. Wien - Ă–sterreich.
@ pedalglobal.net 1997-2019
Website hosted von
inetsolutions.de - Tomcat & Java Hosting