pedalglobal.net
pedalglobal.net
radreisen
in Vorbereitung: 3onTour!
AUSTRALIEN IV: darwin-alice springs

  
Australien
16. Januar 2004

AUSTRALIEN IV: darwin-alice springs

15640 km, alice springs (AUS)

route: darwin -humpty doo-jabiru-coinda-pine creek-edith falls-katherine-(by bus back to) tennant creek-ti tree-alice springs-west mac donnels range-glen helen-alice springs





bevor wir darwin richtung kakadu nationalpark wieder verlassen, bekommt bine ein (etwas vorgezogenes) geburtstagsgeschenk von mir. da wir beim rauffahren aufgrund des drohenden ablaufs unseres visums keine zeit mehr fuer den litchfield nationalpark hatten, schenke ich bine nun den besuch dieses parks von darwin aus. per mietauto! auch einmal eine abwechslung vom radeln. zur entspannung und zum geniessen.

die gewoehnung zum einen ans autofahren (bin ich doch nun schon 1 1\/2 jahre nicht mehr hinter dem steuer gesessen) und an den linksverkehr inkl. aller armaturen auf der rechten seite ist zum gleuck ueberhaupt kein problem gewesen. so gehts mit unserem kleinen aber feinen toyota wieder nach sueden. diesmal aber in vielfacher-geschwindigkeit, ohne kraftanstrengung und - wie richtige australier - mit aircondition!!! besonders bine gewinnt das stets kuehle auto lieb, und wir nennen es dann bald 'unseren ACiggi'. am highway erkennen wir jedes verkehrsschild, jede abzweigung, jede kleinigkeit an der wir vor einigen tagen vorbeigeradelt sind. dann zweigen wir nach batchelor ab, und begeben uns in den park. grossflaechige waldbraende, teilweise bis an den strassenrand, sind typisch fuer diese jahreszeit - ende der trockenperiode. wir sehen die magnetic termite mounds, grosse grabsteinartige termitenhuegel, die alle in die gleiche himmelsrichtung zeigen. die termiten koennen den erdmagnetismus wahrnehmen, und so die himmelsrichtung bestimmen. daher die bezeichnung 'magnetic'. leider ist das hingehen verboten, und das gras so hoch, dass wir nicht allzuviel sehen. danach besuchen wir die florence falls. tolle wasserfaelle in einer steinernen naturarena. im natuerlichen pool unterhalb der ca. 15 meter hohen faelle erfrischen wir uns. die buckley rockholes sind sehr nette pools und becken, wir gehen aber nicht rein. am beruehmtesten im litchfield park sind die wangi falls. eine hohe. riesige felswand und einem richtigen see davor.

wir schlagen unser zelt am primitiven aber trotzdem teuren park-campsite auf. als es nach dem essen zu regnen anfaengt, packen wir das zelt ins auto. es schuettet in stroemen und wir nuetzen das auto voll aus - wir schlafen die ganze nacht drinnen. den ganzen naechsten vormittag verbringen wir bei den wangi falls, ehe wir uns an den rueckweg machen. an einer stelle sind meterhohe flammen fast bei der strasse. als wir den waldbrand etwas beobachten, fluechtet ein 'frilled lizard' auf die strasse. eine beruehmte echse in australien, die ihren halskragen auseinanderspreizen kann um groesser auszusehen. und das tut sie dann auch genau vor uns (am anfang des ausralienaufenthalts dauerte es einige zeit bis wir die schilder, die zu mehr vorsicht zu waldbraenden aufriefen, verstanden. auf denen stand: we like our lizards frilled, not grilled). vor darwin besuchen wir noch den territory wildlife park. ein riesiger freiluft- und innenzoo im stile eines disneyparks, mit einem zug durch den park etc. eine riesenenttaeuschung, gibt es doch fast nix zu sehen. riesiger aufwand und nichst dahinter. einzig allein erfreue ich mich an dem anblick einer grossen taipan.

an den tagen in darwin leiden wir unter der drueckenden schwuele. alles am koerper ist nass - immer. schlafen eine qual. auch um 1 uhr frueh steigen wir noch in den pool um uns abzukuehlen. immer oefter kommen auch heftige gewitter darnieder. und setzen den ganzen kampingplatz unter wasser. empfehlenswert in darwin ist der besuch vom 'wharf precinct'. ein altes hafengelaende am meer, das nun einige billlige esslokale beherbergt. abends sitzen bine und ich bei fish\&chips direkt am pier beim meer und bewundern die beleuchtung der kueste und den himmel. weiters besuchen wir seit langer zeit wieder ein kino, und geben uns 'kill bill' von querentino. cool!

aber alles hat einmal ein ende. so brechen wir wieder mit unseren vollbepackten raedern auf. wir wollen uns fuer die kakadu-schleife viel zeit lassen. so radeln wir 3 tage bis in den hauptort des beruehmten nationalparks. passieren dabei humpty doo, die mary river wetlands - eine grosse schwemmebene - und den adelaide river. leider ist es vorbei mit stets blauen himmel und stabilen wetter. die regenzeit kommt. und nachmittags oder abends fangt es meist heftig zu regnen an.

kakadu nationalpark ist weltkulturerbe sowohl wegen seinem naturellen als auch kulturellem reichtum. es beherbergt einer der besten und wichtigsten felszeichnungen der welt, als auch ein einzigartiges oekosysyem, das sich von der mangrovenbewachsenen meereskueste, ueber die schwemmebenen der fluesse, ueber die trockenen waldgebiete bis in das felsige gebiet des arnhem lands erstreckt. die meisten sehenwuerdigkeiten liegen nicht an der hauptstrasse. bis zu 50 km sackgassen radeln wir, um dafuer beeindruckende dinge zu erfahren. die felszeichnungen von ubirr und nourlangie faszinieren mich, sind sie doch ganz anders als die, die ich indien und schweden sehen durfte. tiere und menschen sind oft mit ihren knochen darunter gemalt worden - roentgenstil heisst das dann. oben vom ubirr felsen ist ein kleines plateau, mit einer super aussicht auf die umliegenden huegel auf der einen und die weite nadab ebene auf der anderen seite. sonnenuntergang hier soll beeindruckend sein. ich kanns mi vorstellen. bine und ich haben aber leider pech, alles voller wolken und regen.

wir sehen krokodile im east alligation river und waehren einer bootstour am yellow water billabong, auf der wir dutzende wildtiere beobachten. toll! wir goennen uns auch einen 30-minuten-flug ueber den park. und geniessen den east alligator river, die flussebenen und vor allem das felsige arnhem land von oben. leider wird vor allem bine furchtbar schlecht ob der kleinen windigen cessna. zum glueck haben wir nicht den 1-stunde-flug gebucht... empfehlenswert sind die nur ueber off-road strasse zu erreichenden maguk-falls. schoene strecke bis dorthin und ein netter ort zu baden und zu kampieren.

die schattenseiten des parks sind das allgemein horrend hohe preisniveau und teilweise millionen von gelsen. mehr ueber unsere kakadu-erlebnisse gibts im bericht 'traum von kakadu' zu lesen.

termingerecht erreichen wir an bines geburtstag wieder den stuart highway in pine creek, wo wir schon wochen vorher uebernachtet hatten. das eigentliche geburtstagsgeschenk - der litchfield park - ist ja leider schon geschenkt. so gibts aber was gutes zum trinken und noch ein paar kleinigkeiten, darunter 2 ruhetage, die sie einloesen kann, wenn ich weiterradeln will. wir treffen auf die kuriose kristine aus holland, die frueher ein mann war. nicht nur die maennerstimme, auch viel an ihrer art, ist maennlich. so ist sie am ganzen koerper taetowiert, traegt aber auf haenden und fuessen rosa nagellack. aber das eigentlich kuriose ist ihr transportmittel - ein fahrrad mit 3 anhaengern. vorne am lenker ein radio und CD spieler (und eine kiste fuer ihren hund), dahinter am ersten anhaenger wasserdichte boxen. vorne schweinwerfer, seitlich blinker und hinten ein lichtsirene. all das gespeist durch eine autobatterie am 1. anhaenger. der zweite ist die kueche, mit waschbecken geschirr und 2 kochplatten. dazu noch 2 besen. hinten der dritte beherbergt ausruestung und vor allem proviant. sessel und tisch sind auch dabei. gesamtgewicht: 800 kg. maximale tagesettapen: 25 km. aber sie hat weitere plaene: ein vierter anhaenger mit TV, satelittenschuessel und (auf unsere anraten hin) ein videorekorder bzw. DVD-player. gewicht dann rund 1 tonne, ev. mit einem kleinen fahrradmotor unterstuetzt. aber ihre beinmuskel sind wirklich beindruckend! im vergleich zu kristine sind wir rasend schnelle leichtgewichte...

am naechsten tag ist das grosse rugby-WM-finale in sydney: australien gegen england. in den letzten woche habe ich hin und wieder bei gelegenheit ein spiel im fernsehen verfolgt. und gefallen daran gefunden. warren, ein australische radler, hat mir schon in mount isa ein paar regeln erklaert. so macht es mehr spass. und das finale ist spannend und knapp. zu meiner freude gewinnt england. die mentalitaet der fans ist aber ganz eine andere. auch wenn ihnen der sport sehr zu interessieren scheint, bleiben sie stets fair. hingegen faellt mir eine gewisse oberflaechlichkeit und gleichgueltikeit auf. im europaeischen fussball sind viele fans im positiven sinne von dem sport eingenommen und begeistert. sie jubeln oder heulen, sie hadern und argumentieren. dafuer ist fairness nicht besonders grossgeschrieben. im australischen rugby scheint es umgekehrt.

bis katherine radeln wir die uns bekannte strecke. allerdings machen wir nochmals 2 abstecher. zu den 20 km entfernten edith falls und der beruehmten katherine gorge. vor den edith falls ist ein grosser see, der leider fast zu warm zum erfrischen ist. dort treffen wir auf raymond aus der schweiz, der mit seinem motorrad grosse teile der strecke zwischen seinem heimatland und dem roten kontinent ueberland gefahren ist. er kommt gerade von einer 5-tages-wanderung durch das heisse, einsame gebiet zwischen katherine gorge und edith falls zurueck. die katherine gorge ist eine viele kilometer lange schlucht, an deren boden der katherine river fliesst. wir erkunden die gorge nicht per bootstour, sonder wir mieten uns ein paddelboot. die einzelnen schluchtabschnitte sind durch steine und geroell getrennt. die tragestuecke haben wir wohl weit unterschaetzt. zeitlich und kraeftemaessig. so bleiben wir in der ersten und baden im fluss, der (angeblich) nur sueswasserkrokodile beherbergen soll. egal, wir blieben sichtlich am leben.

von katherine aus nehmen wir den bus und fahren in 8 stunden das hinunter, was wir in 14 tagen raufgeradelt sind. zurueck nach tennant creek, wo wir ja vor mittlerweile einer betraechtlichen zeit von osten kommen auf den stuart highway stiessen.

dann am abend des ersten fahrtages gen sueden erwischt es mich dann. ich spuere schon zu mittag unwohlsein und muskelschmerzen. aber ein echter mann ignoriert. und so ist dann bei kilometer 100 sense. bekomme waehrend dem radeln kraempfe. egal welche bewegung ich mache - kraempfe am ganzen koerper. dann spielt der kreislauf verrueckt, und bine lagerte meine beine hoch. einmal ist bine unabkoemmlich mit den raedern und zeltaufbauen beschaeftigt, da springe ich bei einem krampf auf. bekomme kraempfe in den bauchmuskeln (nicht bauchkraempfe), am ruecken und hals. dann wieder uebelkeit. kein hunger und keinen durst. ich zwinge mich dann im zelt zu trinken, aber ohne erfolg. im gegenteil, ich fange zu kotzen an. die ganze nacht hindurch, auch wenn ich das trinken dann schon laengst aufgegeben habe. in der freuh nehme ich kleine schlucke. immer wieder. aber nach 30 minuten ist alles wieder draussen. da bekomme ich es doch etwas mit der angst zu tun, denn ich hatte mittlweile 20 stunden nur fluessigkeit verloren. schwach und immer noch von krampfgefahr bedroht.

bine baut alles zusammen, und wir verstecken unsere komplette ausruestung im busch. per aufgehaltenem auto (airconditioned und mit 160 kmh) fahren wir zurueck nach tennant creek. spital, 2 injektionen, ruhe fuer 3 tage. dann gehts mir wieder besser...

am letzten tag in tennant creek besuche ich alleine (zusammen mit thomas, unseren 'fahrer' zurueck zu unseren sachen, und einem kanadier) den 'battery hill'. ein bergwerksstollen, der mir vor augen fuehrt, wie anstrengend und gefaehrlich das minenwesen von den 30er bis in die 60er war. einige maschinen gibts drinnen, die waehrend der fuehrung eingeschaltet werden. ohrenschuetzer setzen wir waehrendessen auf. damals gabs diesbezueglich gar nix. hitze, dreck, staub und 12 stunden unter der erde. bei wenig gehalt und hohem risiko. gold schuerfen war ein harter job.

per lift mit thomas (danke!) gehts dann wieder zu unserer ausruestung ins outback. zum glueck alles unversehrt, auch von der aktiven tierwelt des outbacks.

dann gelangen wir zu dem bezaubernden devils marbles. kreisrunde grosse granit bloecke, in den unterschiedlichsten formen. wir bleiben den ganzen nachmittag dort. und der sonnenuntergang ist einfach genial. alles wurde tiefrot, und im hintergrund der mond. einfach beeindruckend und schoen! glueck durchflutet mich, waehrend ich mit bine und kamera ueber die granitfelsen klettere. wir sitzen dann noch eine weile auf einem felsen. eine entschaedigung fuer das schlechte wetter beim ubirr rock in kakadu.

nach einem ruhetag beim wycliff well roadhouse (das dafuer beruehmt ist, die meisten UFO-sichtungen welteit zu haben) radeln wir relativ straight die 500 km runter nach alice springs. die radl-fahrten durchs einsame, trockene outback ist von einem thema dominiert: wasser! wir nehmen - meist nur als reserve fuer den notfall - mindestens 20-30 liter auf unsere raeder. tanken nach wo es geht. bei uns ist das wetter aber gnaedig, und die temperaturen halten sich in diesen tagen in grenzen. aufgrund der regenfaelle erleben wir sogar ein teilweises 'gruenes' outback. sogar einige blumen gibt es am strassenrand. in frueherer zeit - als es noch keine highways und autos gab - war es fuer jeden reisenden das wichtigste. fast alle namen der rastplaetze entlang der highways haben in irgendeier form mit wasser zu tun. barrow creek (creek heisst bach), mary river roadhouse, emerald springs oder etwas indirekter zum beispiel ti tree. natuerlich auch alice springs. die einzige grosse stadt auf 2000 km highway.

barrow creek roadhouse ist eine kleine welt fuer sich. ich wuerde sagen eine kleine asiatische welt ohne asiaten. dort funktionert nichts. alles ist dreckig, es stinkt. alte cabins sind schon laengst nicht mehr bewohnbar, die toilettanlage schon lange zerstoert und eine kloake. trotzdem sind sie offen und die tueren klappern die ganze nacht im wind. neu gebaute quartiere sind fast fertig, daher noch nicht in benuetzung. es beginnt schon gras ueber alles zu wachsen. hinter dem zeltplatz eine muelldeponie. vor einigen wochen hat ein sturm das dach weggeblasen. nun fast kein strom, kein wasser. nichts zu essen. die betreiber kriegen anscheinend nichts auf die reihe. um 7 uhr frueh sitzt einer mit zigarette und bier vor dem kaputten roadhouse, schuettelt nur den kopf und sagt vorwurfsvoll: 'no roof, no power, no water....nothing...'

in der letzten nacht vor alice kommt abends ein regelrechter sturm auf, und knickt unser zelt wie ein papierhaus. sofort bricht eine zeltstange, und es droht das ganze zelt zu ruinieren. unter groesster anstrengung im sturm gelingt es uns, die stange zu schienen, und die abspannungen genau gegen den wind ordentlich zu verzurren. nochmals gut gegangen.

in alice springs sind wir nun wirklich im zentrum des kontinents angelangt. rund um die stadt liegen die mc donnels ranges, die die landschaft um einiges interessanter machen. und die wir auch per rad erkunden wollen. neben den ueblichen dingen, die fuer uns in einere groesseren stadt zu erledigen sind, schauen wir uns einiges an. das reptilienhaus, das eine beachtliche sammlung von western, eastern und anderen brown-schlangen hat. selbstverstaendlich eine der giftigsten schlangen der welt - fuer australien ist das normal. weiters das 'pioneer women - hall of fame'. eine darstellung von wichtigen weiblichen persoenlichkeiten, die wichtiges fuer australien geleistet haben. fast erschreckend, wie lange es gedauert hat, dass frauen gewisse berufe wie politiker, arzt oder sportlerin ausueben konnten. erst 1984 durfte die erste frau beim bull riding in einem offiziellen wettkampf gegen maender antreten...

und dann erleben wir 2 einrichtungen, die weltweit einzigartig sind und es nur hier gibt. die basisstation des RFDS! schon eine idee was das heisst? es ist die wichtige medizinische einrichtung fuers ganze outback. royal flying doctor service! alle stations (das sind die tw. riesigen und sehr abgelegenen farmen) verfuegen ueber funkgeraete. und es dauert mazimal 1 1\/2 stunden, bis ein flugzeug dieser einrichtung bei ihnen landet um zu helfen. viele hunderte menschenleben sind so schon gerettet worden. das outback ist umbarmherzig.

das zweite einzigartige: ich habe das groesste klassenzimmer der welt besucht. 1.300.000 km2 flaeche. so gross wie ganz mitteleuropa! es sind die raeumlichkeiten der 'school of the air'. lehrer unterrichten per funk die kinder, die auf den weit verteilten stations des grossraumes um alice springs wohnen und leben. bis ins alter von 12 jahren werden die australischen kinder, die weit ab von zivilisation lebe, unterrichtet. dann gehts meist in ein weit entferntes internat. heute werden auch satellitenuebertragung und das internet genutzt. fuer nur hundert australische dollar (rund 60 euro) gebuehr bekommt jede farm mit kindern die technische ausruestung zur verfuegung gestellt. eine tolle einrichtung.

wir treffen wieder auf warren, den wir in queensland getroffen haben. seine 6 monatige australien tour ist beendet und er lebt und arbeitet hier. ein netter kerl. anfang naechsten jahres gehts dann fuer ihn nach neuseeland. mit dem rad natuerlich...

jedes jahr im september findet am todd river eine bootsregatta statt. die 'henley on todd regatta'. an sich nichts aussergewoehnliches. der kleine unterschied. im todd river ist so gut wie nie wasser, und auf keinem fall am ende der trockenzeit. so sind alle boote ohne boden, die beine der besatzung schauen unten heraus, und der kurs wird nicht gefahren sondern gelaufen. typisch fuer australien.

bine und ich geben uns ein bisschen gemuetliches leben in alice. essen mal was anderes als nudeln und trinken mal was anderes als mit 'bore water' verduennten sirup.

nach ein paar tagen brechen wir beide wieder auf. noch nicht nach sueden, sondern vorerst einmal nach westen. in den mac donnels range national park. eine gebirgskette, die sich gleich an alice anschliesst und sich fuer so 150 km gen westen zieht und ob der faszinierenden und einmaligen natur als nationalpark gewidmet ist. wir planen eigentlich einen beschaulichen kurztages-etappen-trip. allerdings kommt es anders. viele, viele steigungen, die doch etwas weiteren entfernungen (das naechste mal schau ich wohl mal auf die karte), der plagende gegenwind (wir hatten ihn bei hin und zurueckfahren) und die teilweise fast unertraegliche hitze machen uns einen strich durch die rechnung.

aber die landschaft ist fuer mich genial. trockene wuestenlandschaft und drueber blauer himmel. ich liebe es! eine woche sind wir unterwegs. und besuchen dabei die simpsons gap, eine schoene schlucht an der wir fuer mehrere die stille atmosphaere aufnehmen, indem wir uns in den schatten der hohen felswaende setzen. das standley chasm ist eine vielleicht 4 meter breite schlucht, auf beiden seiten ragen senkrecht felsen hoch hinauf. auf dem weg dahin beobachten wir die seltenen black-footed rock-wallabies bei der futtersuche in der morgenkuehle. wir radeln weiter zum ellery creek big hole, ein wasserloch in einem tiefen felseinschnitt. einen ganzen tag halten wir uns dort auf. erfrischen uns hin und wieder ob der gewaltigen hitze. und sehen eine eastern brown am ufer dahinschlengeln. eine der giftigsten schlangen der welt. spaeter betrachten wir noch eine ueberfahrene death adder auf der strasse...

abends leuchtet der eingang zur serpentine gorge wunderbare im roten abendlicht. die glen helen gorge beeindruckt weniger. in der ormiston gorge nehme ich noch ein bad. nicht nur zum erfrischen. habe ich doch schon eine woche keine dusche mehr gehabt.

alle sehenswuerdigkeiten sind bis zu 10 km 'sackgasse' von der hauptstrasse entfernt und teilweise nur offroad zu erreichen. so kommen mehr kilometer zusammen als wir denken. zurueck radeln wir die gleiche strecke, da wir uns gegen den langen und beschwerlichen rundkurs nach hermannsburg (eine alte missionarsstadt) entschieden haben. leider dreht der wind in der letzten nacht vor der rueckfahrt. so quaelen wir uns auch zurueck nach alice gegen den wind.

mehr oder weniger unbeabsichtige kampieren wir in fast jeder nacht waehrend dem mac donnels-trip illegal. zwei mal im aboriginese-land, einmal auf einer rest-area mit kampingverbot und einmal im nationalpark. aber egal - einige naechte waren mit klarem, dunklen sternenhimmel einfach grandios. bine und ich sitzen abends arm in arm darunter. und 'unser' sternbild, der orion, leuchtet ueber uns. er leitet uns nun schon seit bald 17 monaten durch die welt...

wir bleiben noch einige tage in alice. der hauptgrund: weihnachten. das zelt wird mit 2 glitzernden girlanden geschmueckt, ein neues geschirrtuch, das zufaelligerweise mit weihnachtsthemen bedruckt ist, dient als decke fuer die 'gaben'. ein weihnachtskerze und -staender hat bine von ihren eltern geschenkt bekommen und verbreitete weohnachtliche stimmung in der wueste. darauf ein paar geschenke von und an uns. sehr schoene und ganz andere weihnachten. das wetter versucht so gut es geht eine weihnachtliche stimmung zu verbreiten. nur 20 grad und andauernd regen. fuer 'leise rieselt der schnee' ist es aber zu wenig.

mein vater schrieb mir, weihnachten in der wueste zu feiern ist historisch gesehen gar nicht so daneben. recht hatte er...
Alle Rechte vorbehalten. Wien - Ă–sterreich.
@ pedalglobal.net 1997-2019
Website hosted von
inetsolutions.de - Tomcat & Java Hosting