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in Vorbereitung: 3onTour!
JORDANIEN I: nasib (grenze) - amman

  
Jordanien
3. Januar 2003

JORDANIEN I: nasib (grenze) - amman

5220 km, kairo (AEGYPTEN)

dass die grenzen chaotisch aufgebaut sind, daran haben wir uns gewoehnt. welche formalitaeten an welchem schalter in welcher reihenfolge zu erledigen ist, muessen wir jedesmal erfragen. wir tauschen jordanische dinar. interessanterweise ist 1 dinar mehr wert als 1 euro, naemlich rund ein drittel. wir radeln den highway nach amman, was furchtbarer klingt als es ist. wir haben unseren eigenen fahrstreifen und der verkehr haelt sich sehr in grenzen. als wir so 50 km vor der jordanischen hauptstadt unser nachtlager aufstellen wollen geraten wir unversehens in ein militaergebiet. da es sich da nicht gut schlafen laesst, fahren wir bei dunkelheit weiter und weiter, auf der linken seite immmer den stacheldrahtzaun des sperrgebietes im auge. verkehr ist praktisch auf null, da nach sonnenuntergang nun alle am grossen fressen sind. trotzdem kann es praktisch ueberall unvorgesehene verkehrshindernisse geben (schlagloch, offene kanaldeckel, gegenstaende auf der fahrbahn etc.), die einem die tour ganz schoen vermiesen koennen. auch die hunde, die tagsueber reglos in der sonne liegen, rotten sich abends zusammen und spielen oft 'radlerfangen'. nach ueber 20km erreichen wir eine grell beleuchtete tankstelle und sind sehr erleichtert, als wir erfahren hier problemlos unser zelt aufstellen zu duerfen.

so koennen wir uns am naechsten tag zeit nehmen in die millionenstadt amman hineinzuradeln und ein gutes, billiges quartier zu finden. wer schon des oefteren im dunklen in eine fremde grossstadt gekommen ist, weiss wie angenehm der luxus von tageslicht und zeit-haben sein kann. als wir noch bei einer tanke etwas trinke, merken wir den ersten unterschied zu syrien: wir werden bestimmt gebeten, unser cola woanders zu trinken, auf jeden fall nicht in der oeffentlichkeit. der ramadan wird hier anscheinend bei weitem strenger gehalten. in syrien wurden wir sogar tagsueber zum essen eingeladen.

'king gahzi hotel' fuer rund 2,5 euro pro person wird nun unser quartier fuer laengere zeit sein. als erstes feierten wir den geburtstag von bine. sie hat diesen in den letzten wochen oft erwaehnt, damit ich nur ja nicht vergesse. so hab ich mir echt muehe gegeben, damit sie einen schoenen geburtstag verbringt. neben einem brief schenkte ich ihr einen armreifen, den ich seit limnos\/griechenland mit mir mittrug und ein paar andere kleinigkeiten. bine hat der geburtstag auf jeden fall gefallen. puuuhh, glueck gehabt.

am naechsten tag ueberraschen wir waltraut und lorenz aus wien - meine eltern - in ihrem hotel, im radisson SAS, wo ein bier so viel kosten wie eine nacht in unserem hotel. da unser treffen erst 2 tage spaeter vereinbart war, war die ueberraschung gelungen und in ihren gesichtern abzulesen. schoen sie wiederzusehen!

die woche, die meine eltern an ihren syrien und jordanien trip mit 'studiosus' angehaengt haben, verbingen wir nun zusammen und besuchen einige sehenswuerdigkeiten von jordanien. mit einem mietauto geht' s zum jordantal, see genezareth und mount tabo. das beruehmte gebiet, das man wohl als wiege des christentum bezeichnen kann.

der naechste tag bedeutete der absolute tiefpunkt meiner reise. genauer gesagt 300 meter unter dem meeresspiegel tief: das tote meer. auch wenn wir dort, um an eine dusche heranzukommen, 6 euro bezahlen mussten, so war es fuer mich ein einmaliges erlebnis. fuers schwimmen und erfrischen ist das extrem salzhaltige und auch im winter warme wasser nicht geeignet. aber angblich fuer gelenke und haut, und fuer mich fuer ein super koerpererlebnis. aber fast noch beeindruckender war die landschaft entlang des toten meeres. eine bizarre canyonlandschaft, die abends noch richtig zum leuchten anfing.

auf der strecke nach petra trafen wir nochmals karin und petra, die ueber das tote meer und dann hinauf ueber den kings highway nach petra unterwegs waren. auch sie waren von der landschaft jordaniens beeindruckt, allerdings von den menschen eher frustriert. die erwachsen oft nur an ihrem geld interessiert, die kinder sehen sie meist als zielscheibe fuer steine. ich kann sie verstehen. die antike stadt petra war sehr beeindruckend. alleine landschaftlich hat es schon viel zu bieten. man betritt die stadt durch einen engen wadi, einen engen canyon. an der schmalsten stelle so 2 meter breit. der erste anblick der stadt ist auch der beruehmteste. das schatzhaus, das, wie alle anderen tempel und gebaeude auch, ist aus dem stein herausgeschlagen worden. die wuchtigen saeulen sind sozusagen die ueberreste des felsen. wahnsinn!

am ende der woche rasten wir noch mit einem toyota 4WD durch die landschaft von 'lawrence of arabia' - wadi rum. eine wuestenlandschaft, die durch steile felshuegel und berge und sandwueste am talboden beeindruckt.

nach einem gemeinsamen abendessen war das zusammensein mit meinen eltern auch schon wieder vorbei. der abschied hat auch wieder ein bisschen weh getan.
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