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in Vorbereitung: 3onTour!
TUERKEI I: ipsala-istanbul

  
Türkei
29. September 2002

TUERKEI I: ipsala-istanbul

2210 km, istanbul

wie an fast jeder grenze bis jetzt, werden auch an der griechisch\/tuerkischen alle fahrzeuge gezwungen, durch ein desinfektionsbad zu fahren. ordnung muss sein. kaum sind wir aber in der tuerkei, fuehle ich mich sofort wohl. kann nicht genau beschreiben warum, aber es kommt mir vieles sehr vertraut vor, obwohl der letzte aufenthalt hier ueber 15 jahre her ist. damals noch mit der ganzen familie und einem alten peugeot 504 unterwegs!

und das gefuehl sollte mich nicht truegen. als wir bei einer tankstelle nach einer uebernachtungsmoeglichkeit fragten, war schnell ein platz fuer uns gefunden: gleich dahinter auf einer wiese. super! wie schwer haben wir uns noch im 'echten' europa getan, eine bleibe fuer die nacht zu finden.

auch in der nacht darauf war bei einer tankstelle schnell ein zeltplatz fuer uns gefunden. ali und savas konnten zwar weder deutsch noch englisch, trotzdem verstaendigten wir uns irgendwie per zeichen- und bildersprache. sie luden uns zum tee ein, und am naechsten morgen sogar zu einem fruehstueck mit brot, paradeiser, gurken, kaese und cay (dem tuerkischen nationalgetraenk tee).

bis tekirdag fuhren wir etwas im landesinneren, dann bis istanbul am noerdlichen ufer des marmara meers entlang. die 150 kilometer bis dahin waren allerdings weniger lustig zum radeln. zum einen ist dieses ufer komplett verbaut. ein ort reiht sich an den naechten, und die strecke dazwischen ist aufgefuellt mit unzaehligen reihenhaussiedlungen, sogenannten 'sitesi'. zum anderen wurde der verkehr immer mehr, im naeheren ballungsraum von istanbul sogar hoellisch und wir waren heilfroh die stadtautobahnen endlich richtung city verlassen zu koennen. da bine und ich nicht genau wussten, auf welchen kampingplatz wir fahren sollten, liesen wir uns auf einen platz dirigieren, der als der beste von den von uns befragten gepriesen wurde. der preis war allerdings mit 16 EUR auch nicht ohne.

so fuhren wir in der frueh immer mit dem bus, der linie 81, nach eminoenu, einem faehrhafen der stadt, an der galatabruecke gelegen (die einen meeresarm, das goldene horn, ueberspannt). jene bruecke hat sich seit meinem letzten besuch stark veraendert, ist sie doch vor einigen jahren abgebrannt. war die bruecke frueher mit vielen kleinen fischlokalen bestueckt, voller leben und dreckig, so praesentiert sie sich heute sehr sauber, mit grossen, teuren und leeren restaurants, die stege von allen 4 seiten von security-leuten bewacht, die dafuer sorgen, dass keine verkaeufer, bettler oder angler den unteren teil der bruecke begehen.

die meiste zeit zogen wir in sultanahmet herum, dem alten stadtteil von istanbul auf der europaeischen seite. die basare der stadt gefallen mir am besten. ein reges treiben, tausende eindruecke und gerueche. dort schenkt mir bine zum meinem geburtstag einen silbernen armreifen. die aya sofia hingegen, die ehemals rieige christliche kirche, die dann zur moschee umgewandelt, um dann vom grossen architekten der modernen tuerkei nationalhelden atatuerk zum museum erklaert wurde, kam mir nicht mehr so gross und gigantisch vor, wie vor 15 jahren. trotz der groesse hat die sultanahmet moschee (auch 'blaue moschee' genannt) eine sehr warme, gemuetliche atmosphaere. wir setzen uns eine halbe stunde auf den boden um dem treiben der kommenden und gehenden betenden und touristen zuzuschauen.

an meinem 30. geburtstag geben wir uns kumkapi - ein vergnuegunsviertel, voll mit restaurants und - richtig - voll von touristen. wir versuchen ein lokal zu finden, das nicht allzu laut und voll ist. in den meisten spielen tuerkische musikgruppen an den tischen tuerkische musik - aehnlich wie in den touristen-heurigen von wien. nichtdestotrotz ist es einmal was anderes, und das essen - leckerer fisch - mundet sehr gut.

wir sehen viele hostels, mitten in sultanhmet, und bine draengt darauf zu fragen, was die denn kosten. ein doppelzimmer ebenfalls 16 EUR! viel schoener, mitten in der stadt, und unter anderen reisenden zu sein. das gefaellt uns sehr! so zogen ir noch an diesem abend vom kampingplatz mitten nach istanbul. da verschmerzen wir auch die kosten dafuer, denn zum einen mussten wir die kommende nacht auch am kampingplatz zahlen, da die check-out-time natuerlich lange ueberstrichen war, und zum anderen betrog uns der kampingplatzbesitzer noch um eine nacht. er hat das formular 'falsch' ausgefuellt und besteht darauf, dass wir einen tag frueher angereist seien. der arsch! aber das soll uns eine lehre sein, nie wieder pass herausruecken ohne bestaetigung.

egal, mitten in der stadt zu wohnen, geniessen wir sehr. und so vergehen die tage sehr schnell. manchmal setzen wir uns 'nur' ans meer, in den park oder gehen zum x-ten mal durch die schmalen gassen. es ist einfach sehr angenehm hier!
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