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zwei reisende auf herbergssuche

  
Griechenland
12. September 2002

zwei reisende auf herbergssuche

1910 km, kavalla (GR)

es begab sich zu jener zeit, als zwei reisende mit ihren fahrraedern durch die lande zogen. eines tages, als ein schlafplatz nicht zu finden war, und wilde tiere die nacht unsicher machten, kamen die beiden radler bei einbruch der dunkelheit in der schützenden stadt an. sie waren glücklich, noch bei tageslicht ihr ziel erreicht zu haben. ihre nacht war gerettet.

grosse enttäuschung machte sich jedoch bald bei den zwei reisenden breit, als sie erfahren mussten, dass die einzige herberge der stadt voll war. ohne erlaubnis, im garten oder im keller der herberge uebernachten zu duerfen, wurden sie von dem schuetzenden quartier vertrieben.

da der lange, anstrengende tag die zwei reisenden nicht nur muede, sondern auch hungrig gemacht hat, staerkten sie sich erst einmal in einer gaststube. draussen war es kalt und die hunde heulten. drinnen war die stimmung der zwei reisenden gedrueckt. als sie erfuhren, dass oberhalb der stadt - auf einem berg - ein kloster sei, entschlossen sie sich, den beschwerlichen und gefaehrlichen weg auf sich zu nehmen, um im schutze der klostermauern die nacht verbingen zu koennen.

unsicher verliessen sie die stadt, fuhren langsam den steilen und dunklen weg hinauf. ringsum hoeren sie hunde bellen. als der weg sich endlich der bergspitze naeherte, wird die strasse so steil, dass die beiden herbergssuchenden ihre schwer bepackten drahtesel schieben mussten. der schweiss rann in stroemen ueber ihr gesicht als sie total erschoepft, aber erleichtert, ihre raeder durch die beleuchteten tore des klosterareals schoben. ihre nacht war gerettet.

waehrend die oberste klosterschwester gerufen wurde, berichten die zwei reisenden von ihrer reise. von der dauer und der laenge des weges, den sie nahmen um hierher zu gelangen. 'sorry. it is not possible for you to stay inside the monastery', bedauert die herbeigerufene chefin des klosters.

'why? we are tired, it is dark and outside are wild dogs!', versuchen die zwei reisenden ihre missliche lage zu beschreiben.

'sorry. but we need an allowance from our bishop. and that is not possible at this time. sorry.' - 'we just need this small place of grass for the tent. and we are leaving when the sun rises. just in a few hours', die zwei reisenden koennen nicht glauben, nicht bleiben zu koennen. die klosterschwestern bleiben zwar freundlich, aber auch entschlossen, die beiden reisenden des klosters zu verweisen. mittlerweile war tiefste nacht hereingebrochen, und die zwei reisenden sehnten sich nach schlaf und sicherheit. als sie sich zoegernd und kopfschuettelnd auf den weg zurueck in die dunkelheit machten, gab die oberste schwester des klosters den beiden noch einen rat: 'you have to look for a safe place. outside are wild dogs!'

da die zwei reisenden nun nicht wussten wohin, und der weg zurueck in die stadt zu gefaehrlich war, schlugen sie ihr zelt ausserhalb der klostermauern auf. der platz war immerhin beleuchtet und eben. ihre nacht war gerettet.

als das notquartier fertig hergerichtet war, und die zwei reisenden sich anmachten, sich schlafen zu legen, quaelte sich ein fahrzeug der hiesigen ordnungshueter den berg hinauf.

'problem! problem!', mahnte gleich der erste der beiden ordnungshueter. bald stellte sich heraus, worin dieses problem lag. nicht die ordnungshueter selbst hatten etwas gegen das nachtquartier einzuwenden, es waren die klosterschwestern, die aus angst und argwohn hilfe holten, um sie auch von diesem platz zu vertreiben.

der zweite ordnungshueter, der mitleid mit den zwei reisenden hatte, empfiehl ihnen andere schlafplaetze. 'good place', und er deutete dabei einige hundert meter den berg hinunter. dann zeigte er in einen steilen, dunklen graben. 'good place'.

schliessliche mussten die zwei reisenden ihr ganzes hab und gut wieder zusammenpacken und einen schmalen und schlammigen pfad in den wald hinein nehmen, um einen anderen schlafplatz zu beziehen - weit weg und nicht in sichtweite des klosters. dort konnten die zwei reisenden sich endlich zur ruhe legen. ihre nacht war gerettet.

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