pedalglobal.net
pedalglobal.net
radreisen
in Vorbereitung: 3onTour!
El Salvador (und Honduras transit)

  
El Salvador
8. Juni 2013

El Salvador (und Honduras transit)

2604 km, Somotillo (NI)

Auch der Grenzübergang von Guatemala nach El Salvador (bei Ciudad Pedro de Alvarado / La Hachadura) ist sehr leicht. Leider sind knapp vor uns 2 Reisebusse angekommen. Und auf El Salvador Seite müssen wir uns daher für eine knappe Stunde in eine lange Menschenschlange einreihen. Aber sonst alles easy.

Die Unterschiede zu Guatemala sind auf den ersten Blick nicht sonderlich gross. Auch hier sind die Menschen sehr freundlich. Und auch hier grüssen wir ununterbrochen die Menschen entlang des Highways CA2 Richtung San Salvador.

Barra del Santiago

Die erste Nacht wollen wir gleich am Pazifik verbringen, und biegen daher rund 30 Kilometer nach der Grenze nach rechts ab. Eine Schotterstrasse bringt uns nach Barra del Santiago, das leider sehr viele extrem schlechte (sogar Betten ohne Matrazen) und überteuerte Quartiere hat. Schliesslich finden wir ein gutes für 15 US-Dollar - der Dollar ist hier das offizielle Zahlungsmittel.

El Salvador El Salvador
Auf dem Weg zur Pazifikküste nach Barra de Santiago (Ahuachapán, El Salvador, Mai 2013)
Auf dem Weg zur Pazifikküste nach Barra de Santiago (Ahuachapán, El Salvador, Mai 2013)


Ob den vielen Kilometern, der schlechten Strasse und der langen Quartierssuche ist unsere Laune nicht sehr prächtig. Abends finden wir aber ein einfaches Lokal, mit kühlem Bier und super frischem Fisch für nur 3 Dollar. Und die Welt ist wieder in Ordnung. Der Pazifik hat hier eine gewaltige Kraft. Riesige Wellen donnern auf den langen Sandstrand. Das Wetter ist drückend schwül. Wir schwitzen unentwegt.

Am nächsten Tag radeln wir bei Acajutla wieder an den Pazifik. Die Stadt verfügt über einen Frachthafen, Fussballklub und einen stadteigenen Strand. Wir finden ein nettes Hotel für 10 US-Dollar direkt beim Meer. Idealer Ort für einen ersten Ruhetag in El Salvador.

Entlang der Pazifikküste

Die nächste Etappe führt direkt an der Küste entlang - und gehört nach den Bergen Guatemalas zu den schönsten Strecken auf dieser Reise so far. Die Ausblicke hinunter auf den Pazifik sind toll. Dazwischen führt die Strasse immer wieder die Küsteneinschnitte hinunter, und auf der anderen Seite wieder hinauf. Es erinnert stark an die Westküste von Oregon und Nordkalifornien - allerdings hatten wir damals rund 30 Grad und wohl 50 Prozentpunkte Luftfeuchtigkeit weniger. Es nieselt zwar durchgehend, dafür sind die Temperaturen erträglich. Selten habe ich so ein Sauwetter derart geschätzt. Die Luftfeuchtigkeit ist natürlich enorm. Ob wir nun vom Regen oder Schweiss triefend nass sind, ist letzendlich egal...

Surferparadiese

Hier in El Salvador ist die Küste (das Land hat als einziger mittelamerikanischer Staat nur Küste entlang des Pazifik, und nicht auch entlang der Karibik) weltweit berühmt für die tollen Möglichkeiten des Wellenreitens. Dementsprechend sind die wenigen Orte hier auf Surftourismus eingestellt. In El Sunzal suchen wir vergeblich nach Meerfeeling inklusive preisgünstiger Möglichkeit eines Fisch-Abendessens am Meer. Stattdessen essen wir die vorzüglichen Pupusas - dicke Tortillas gefüllt mit Käse und Frijoles an der Haupstrasse. 3 Stück für 1 Dollar. Lecker!

Am nächsten Tag radeln wir nur wenige Kilometer nach El Tunco. Dort ist es um einiges touristischer und leider auch teurer. Aber abends sitzen wir bei kühlem "Pilsener", so heisst das grosse einheimische Bier, direkt am Meer Und bestaunen die zahlreichen Surfer vor der Küste! Beeindruckend was die auf den Wellen so alles zustande bringen. Dazu Musik und der Sonnenuntergang. Bine und ich entschliessen uns spontan, heute "einen drauf zu machen" und morgen einen Tag dranzuhängen - um dafür übermorgen einen 100 Kilometer Radltag einzulegen. Gesagt, getan. So ist dann noch das eine oder andere "Pilsener" in der schwülen Nacht geflossen...

El Salvador El Salvador
Surfer Paradies am Playa El Tunco (La Libertad, El Salvador, Mai 2013)
Surfer Paradies am Playa El Tunco (La Libertad, El Salvador, Mai 2013)


Nach dem verlängerten Pazifikaufenthalt geht`s nun ans Radeln. Wir beide wissen, dass es nicht besonders interessant sein wird. In der Regenzeit sieht man die Berge kaum. Das Flachland ist bevölkert und kultiviert. Und dazu kommt natürlich das drückend schwüle und heisse Klima, das unseren Alltag bestimmt.

So ist über die Fahrt entlang der CA2 nach Honduras und dann weiter nach Nicaragua nicht allzu viel zu schreiben. Wir radeln ohne Ruhetag die 600 Kilometer nach León in Nicaragua. Zuerst über Zacatecoluca nach Usulután. Der in El Tunco ausgemachte 100er Tag bringt uns dann nach Santa Rosa de Lima. Morgens treffen wir den ersten Reiseradler der Tour! Ein Spanier, der auf seinen letzten Kilometern von Ushuaia nach Cancun unterwegs ist. Wir unterhalten uns ein bisschen am Strassenrand. Und erfahren von ihm erfreuliche Informationen: die Überfahrt von Panama nach Kolumbien geht auch mit kleinen Booten, und relativ preiswert!

Am späten Vormittag erreichen wir die Stadt San Miguel, moderne Einkaufszentren und westliche Fast Food Ketten am Stadtanfang. Wir können nicht widerstehen und kaufen eine "promocion" im Pizza Hut - 2 grosse Pizzen für 10 Dollar, die wir draussen auf der Strasse scheisstriefend am Boden sitzend essen. Wir realisieren bald, dass das nicht unbedingt vernünftig ist. Wir haben noch 50 Kilometer bei grosser Schwüle vor uns. Und dementsprechend leiden wir dann auch am Rad...

Trotzdem erreichen wir nach 100 Kilometern Santa Rosa, das nur mehr rund 15 Kilometer von der Grenze nach Honduras entfernt liegt. Leider ist es in diesem Abschnitt schon fast "Routine", dass wir in den Städten während der Hotelsuche einige Kilometer zurücklegen müssen. Entweder es gibt fast keine. Oder sie sind wahnsinnig teuer. Oder sie sind voll.

Honduras

Honduras durchqueren wir mehr oder weniger "transit". Zuerst auf der Panamerican CA1 über San Lorenzo nach der Bezirkshaupstadt Choluteca. Auf dem Weg nach San Lorenzo ist es sogar ausnehmend schwül. Und das obwohl diesmal die Sonne nicht zum Vorschein kommt. Unsere Kleider sind den ganzen Tag über patschnass. An meinem Kappenschirm tropfen unentwegt Schweisstropfen auf den Fahrradrahmen. So als würde es regnen. Der Flüssigkeitsverlust ist enorm. Die Körper extrem belastet. Ob der geringen Auswahl an Hotels müssen wir auch teurere Hotels nehmen (so 15 Euro), dafür mit Klimaanlage.

Honduras Honduras
Brücke über den Rio Grande Choluteca kurz vor der Stadt Choluteca (Choluteca, Honduras, Juni 2013)
Brücke über den Rio Grande Choluteca kurz vor der Stadt Choluteca (Choluteca, Honduras, Juni 2013)



Das alles klingt nicht besonders interessant - stimmt! Die CA3 bringt uns von Choluteca schliesslich bei Guasaule zur Grenze nach Nicaragua.

Alle Rechte vorbehalten. Wien - Österreich.
@ pedalglobal.net 1997-2019
Website hosted von
inetsolutions.de - Tomcat & Java Hosting